In meiner Freizeit nutze ich jede Gelegenheit, um etwas zum Thema Fotografie dazuzulernen. Aus diesem Grund habe ich mich sehr darüber gefreut, dass mir Lecturio.de einen Zugang für einen Videokurs meiner Wahl zur Verfügung gestellt hat.

Was ist Lecturio.de?

Kurz und knapp – Lecturio.de ist eine Online-Lernplattform mit Sitz in Leipzig.  In ihrem Angebot stehen bereits über 5000 verschiedene Kurse zur Verfügung, die in folgende Rubriken aufgeteilt sind:

  • Jura
  • Medizin
  • Wirtschaft
  • Karriere & Erfolg
  • Sprachen
  • Software
  • Rechnungswesen
  • Gesundheit
  • Freizeit

Darüber hinaus gibt es auch Kurse auf Englisch. Es gibt einzelne Vorträge, Kurse die aus mehreren Vorträgen bestehen und Kurspakete, die verschiedene themenrelevante Kurse beinhalten. Mich hat in erster Linie die Rubrik Freizeit interessiert. In diesem Bereich findet man dann die unterschiedlichsten Themen. Diese reichen vom Speed Reading, über Schlagzeug für Anfänger, bis hin zum mehreren Kursen zum Thema Fotografie. War ja dann wohl auch klar, was ich mir aussuchen würde. 😉

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Mein Kurs

Ich habe mich für den Kurs Fotografieren lernen entschieden. Der Kurs setzt sich aus den zwei Kursen „Grundlagen der Fotografie“ und „Portraitfotografie“ zusammen und kostet 16,99 € pro Monat. Er besteht insgesamt aus 67 Vorträgen, mit einer Gesamtlaufzeit von 48:19 h Laufzeit. Irgendwie kam mir der Name Georg Banek bereits bekannt vor. Und tatsächlich, von ihm habe ich bereits das Buch „Gesichter fotografieren“ in meinem zu Regal stehen. Der Mann da vor der Linse hat also wirklich Ahnung von der Materie.

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Die Inhalte sind sehr umfangreich. In dem Grundlagenkurs sind in 29 Kapiteln die wichtigsten Punkte vertreten. Dazu gehören die Grundfunktionen (Blende, ISO, Verschlusszeit, Weißabgleich der Kamera, Messmethoden etc.), die Wahl des richtigen Bildausschnittes bis hin zum Zubehör. Der Kurs zum Thema Portraitfotografie besteht aus 38 Kapiteln. Auch hier gibt es jede Menge interessanter Inhalte. Dazu gehören Bildideen, das Shooting, Techniken,  Posen, Mimik, um nur einige Beispiele zu nennen.

Das Format

Es handelt sich um im Grunde um klassische Vorträge, die auf Video aufgezeichnet wurden. Diese sind in weitere Kapitel unterteilt. Parallel dazu läuft eine Präsentation der Folien. Diese stehen für jeden Vortrag zusammengefasst als PDF zum Download zur Verfügung. Es gibt die Möglichkeit, eigene Notizen pro Vortrag anzulegen. Für jeden Vortrag gibt es ein Multiple-Choice-Quiz, in dem das neu Erlernte überprüft werden kann. Es besteht immer aus mehreren Fragen mit verschiedenen Antwortoptionen. Nach jeder Frage wird das Ergebnis angezeigt und zum Schluss zusammengefasst. Das Quiz kann immer wiederholt werden, bis alle Antworten sitzen 😉

Vorschau: Theorie der Fotografie

Mein Fazit

Die Praxis kann ein Videokurs nicht ersetzen. Sich also hinsetzen und die Videos ansehen wird kaum den gewünschten Erfolg bringen. Hier muss man einfach die Kamera in die Hand nehmen und Fotos machen. Damit man aber bewusst die Ergebnisse erhält, die man im Kopf hat oder einfach auf neue Ideen kommt, sollte man sich doch mit den Grundlagen und etwas Theorie beschäftigen. Im Gegensatz zu den Videotutorials auf YouTube und Co. wird nicht die Umsetzung praktisch demonstriert, sondern als strukturierter Vortrag vermittelt. Ich habe wieder viele Dinge dazugelernt und bin mit den vermittelten Inhalten und Ausführungen zufrieden. Als Pädagoge bin ich da aber eh etwas kritischer, besonders wenn es im das Thema E-Learning geht.

Positives

Die Webseite von Lecturio ist übersichtlich und die Kurse sind gut strukturiert. Es wird keine zusätzliche Software auf dem PC benötigt. Es ist lediglich ein aktueller Internetbrowser notwendig. Ich kann natürlich nur über meinen Kurs berichten und hier kann ich sagen, dass ein fachlich kompetenter Dozent vor der Kamera stand, der definitiv für das Thema qualifiziert ist. Die Inhalte des Kurses sind gut und nachvollziehbar gegliedert. Die Kapitel können einzeln angewählt und immer wieder neu angesehen werden. Das Lerntempo kann selbst bestimmt werden und es wird angezeigt, welche Kapitel bereits begonnen wurden und wie weit man sie angesehen hat. Jeder kann selbst bestimmen, wann und wie langer er lernen möchte und ob er Kapitel noch einmal wiederholt. Gut finde ich auch, dass die Möglichkeit besteht, sich eigene Notizen anzulegen und die Folien als Lernmaterialien herunterladen zu können.

Negatives

Lecturio ermöglicht das Lernen am Computer und mobil auf dem Tablet oder Smartphone. Auf der Webseite gibt es nur Hinweise zu der App für iOS. Obwohl es mittlerweile auch eine App für Geräte mit Android in Google Play gibt, findet man aktuell noch nirgendwo auf Lecturio.de dazu irgendwelche Informationen. Da die Videoinhalte nicht heruntergeladen werden können, müssen sie per Stream auf dem Gerät landen. Das verbraucht natürlich Datenvolumen, wenn ihr euch die Inhalte in der Bahn ansehen möchtet. Als Alternative kann aber das nächste zugängliche WLAN genutzt werden. Ein Mako der App besteht für mich darin, dass sie nur Zugriffe auf die Videos und Kapitel bietet, jedoch nicht auf Lernmaterialien, Notizen oder die Quizfunktion.

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Was mich relativ schnell etwas gewurmt hatte, war die schlechte Tonqualität. Die Stimme wurde aus der Distanz aufgenommen. Dadurch klingt es ein wenig nach „Büchse“ und es sind sogar störende Nebengeräusche zu hören. Das macht besonders auf dem Tablet oder dem Smartphone keinen Spaß! Ein gutes externes Ansteckmikrofon für den Dozenten ist hier dringend notwendig.