Es klingt so leicht und lässt doch viele verzweifeln – ein Foto vom Mond. Einer der häufigsten Fehler ist die Annahme, dass Einstellungen für eine Nachtaufnahme gewählt werden sollten. Dadurch wird oft ein hoher ISO-Wert eingestellt. Da gerade der Vollmond jedoch das Sonnenlicht stark reflektiert und dadurch sehr hell ist, wird die Aufnahme so in der Regel überbelichtet.

Hier die Vorgehensweise für meinen ersten Versuch:

  1. Vollmond und klaren Himmel abwarten
  2. Erträgliche Außentemperaturen, denn sich die Finger abzufrieren nimmt einem die Lust 😉
  3. Kamera auf das Stativ
  4. Mein 55-300mm f/4.5-5.6G AF-S DX Zoom-Nikkor Teleobjektiv verwenden und die größte Brennweite wählen
  5. Funkauslöser einstellen oder Selbstauslöser verwenden
  6. Bildstabilisator aus
  7. Autofokus aus
  8. Spiegelvorauslösung (SVA) aktivieren
  9. manuellen Modus (M) einstellen
  10. Spotmessung für Belichtung verwenden, damit die Kamera wirklich nur den Mond als Messpunkt verwendet
  11. Liveview ein und den Mond manuell fokussieren
  12. ISO 100 wählen
  13. Ich hatte eine Blende 10 verwendet
  14. Die Belichtungszeit wählte ich anhand der Anzeige meiner Belichtungsmessung und kam so auf 1/250 Sekunde, da der Mond an diesem Tag wirklich sehr hell war.

Eine Brennweite von 300mm ist definitiv die untere Grenze für halbwegs brauchbare Bilder von unserem Erdtrabanten. Mehr hatte ich aber leider nicht zu bieten. Lediglich durch die hohe Auflösung von 6000 x 4000 Pixel konnte ich den Mond als Motiv zuschneiden und habe noch ein akzeptables Ergebnis erhalten. Mit größeren Brennweiten z.B. über 500mm und mehr ist das Ergebnis natürlich wesentlich besser bzw. größer. Den Autofokus hatte ich deaktiviert, da er sich nicht richtig „entscheiden“ konnte und ich unnötige Bewegungen vermeiden wollte.

Wenn ihr länger probiert und eine ganze Menge Fotos macht, wird einem wirklich sehr deutlich, dass sich der Mond nicht gerade langsam bewegt, da die Kamera in regelmäßigen Abständen neu ausgerichtet werden muss. Für mich war es auf jeden Fall eine interessante Übung und es hat einfach Spaß gemacht. Die nächste Übung besteht dann in Aufnahmen vom Halbmond, Mondsicheln und eine Kombination mit Wolken. Es gibt unzählige (Video-)Tutorials im Internet zu dem Thema, die ihr durch eine einfache Suche finden könnt. Ich kann nur dazu raten, mit der Kamera und Stativ raus und einfach probieren. In diesem Sinne… Vollmond! Aauuuuuuu 🙂