Heute möchte ich euch ein Beispiel dafür zeigen, was aus meiner Sicht der Unterschied zwischen knipsen und fotografieren ist. Das finale Resultat meiner letzten „Fotosession“ seht ihr ja ganz oben. Jetzt folgt ein Foto, wie es auch von mir früher gemacht wurde. Für einen Blogbeitrag wurde ein Bild benötigt, aber ich wollte kein Geld dafür ausgeben. Also Kamera heraus, draufgehalten und KNIPS! So sah dann manchmal ein Foto aus.

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Man stellt sich hier die Frage – Was will der Künstler damit sagen?! Tja, keine Ahnung. Das Motiv wird in die Mitte geworfen, es werden Dinge mit auf das Bild gebracht, die von der eigentlichen Sache ablenken. Das Foto habe ich mit dem Automatikprogramm ohne Blitz aufgenommen. Einzige Lichtquelle war die Beleuchtung der Abzugshaube. Gut dann wollen wir etwas kreativer werden. Schneiden wir die Zitrone auf.

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Hmpf, empfinde ich immer noch als Beleidigung meines Auges. Ein erster Hauch von – das setzen wir in Szene – kommt auf. Leider ist hier der frontale Blitz ein echter Stimmungskiller. Da so eine Zitrone Wasser enthält und recht saftig ist, reflektiert es und man erhält unschöne harte Schatten.

Was also machen?! Die Zitrone aufzuschneiden ist schon mal ein Anfang. Das macht man bekanntlich auch meist damit. Und womit macht man das? Richtig, mit einem Messer. Also legen wir das auch noch dazu. Das Licht der Abzugshaube hat mir nicht gefallen. Die Schatten und die Reflexionen auf der Schale fand ich nicht so schön. Also habe ich meinen externen Blitz so dazugestellt, dass er rechts an der Szene vorbeiblitzt. Dazu habe ich eine alte Bewerbungsmappe an meinem Blitz befestigt, damit das Blitzlicht nicht direkt auf die Szene kracht 😉

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Als Weißabgleich habe ich „Schatten“ eingestellt. Das mit dem Blitz und dem Weißabgleich ist allerdings nicht auf meinem Mist gewachsen. Diese beiden Hinweise habe ich aus der Blende 8 Folge 91 – Food-Fotos am eigenen Herd mit Tilo Gockel. Ich habe versucht, es für mein Vorhaben anzuwenden. Zusätzlich kann ich euch übrigens auch die Folge 88 – Food-Fotos mit entfesseltem Blitz empfehlen.

Da das Schneidebrett sehr kurz ist, habe ich die Sachen ein paar Mal neu platziert, bis mir der Ausschnitt gefallen hat. Die halbe Zitrone stand übrigens auch nicht von alleine in dieser Position. Ich habe einfach einen Notizzettel gefaltet und darunter geklemmt. Aber das sieht ja keiner 😉

Das folgende Bild ist jetzt übrigens die unbearbeitete Datei aus der Kamera, ohne jegliche Nachbearbeitung.

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Für mich bedeutet gutes Fotografieren, sich ein paar Gedanken über die Wirkung eines Fotos zu machen. Ich versuche mich von dem einfachen Hinlegen und knipsen, zum bewussten Platzieren und natürlich wirkender Beleuchtung zu bewegen. Ich hoffe euch gefällt mein Bild.